Sonderessen

Um auf Besonderheiten in Ihrer Gruppe einzugehen, kann jede Gruppe bei uns zwei Verpflegungsvarianten aus folgenden wählbaren festlegen:

  • Gutbürgerlich,
  • mediterran leicht,
  • ohne Schwein,
  • Vegetarisch (mit Ei und Milchprodukten),
  • Vegan (ohne Honig),
  • Auslassung bestimmter Allergene.

Welche zwei dieser Richtungen wir für Ihre Gruppe kochen sollen, müssen wir spätestens 14 Tage vorher mit verbindlichen Portionszahlen beider Richtungen erfahren, um den Einkauf planen zu können. Ansonsten gibt es für alle die Variante "Gutbürgerlich".

Gäste, die sich den beiden bestellten Richtungen nicht zuordnen wollen oder können, haben die Möglichkeit, sich in den in beiden Häusern zur Verfügung stehenden Küchen selbst zu bekochen. Für sie wird dann nur ein Anteil von 1,-€ je Mahlzeit als Getränkeanteil berechnet.


Nachfolgend versuchen wir, zu erklären, warum wir die Erwartung an die Teilnehmer haben, sich zwei Verpflegungsvarianten zuzuordnen. Das können Sie lesen, müssen Sie aber nicht...

Sie bestellen bei uns Gruppenverpflegung - zwar individuell abgestimmt auf Ihre Gemeinschaft - aber kein à la carte Essen wie im Restaurant.

Dies bedeutet auch, dass jeder Gruppenteilnehmer seinerseits bereit sein sollte, sich auf das Gebotene einzulassen. Wir erleben jedoch, dass es immer mehr Sonderwünsche gibt. Dabei reichen die Wünsche von religiösen Besonderheiten ("kein Schweinefleisch", "halal", "koscher" usw...) über politische Überzeugungen ("Vegetarisch", "vegan", "regional", "nur saisonal" usw.) und gesundheitliche Einschränkungen ("Lactose-", Gluten-", "Nuss-" und Histaminallergie sowie Allergien gegen einzelne Lebensmittel und Kreuzallergien") bis hin zu persönlichen Befindlichkeiten ("Ich mag nix mit Fisch", "Ich kann keine Bananen im Raum ertragen", "ich esse nur ayurvedisch" usw.).

Doch wenn es so einfach wäre... In der Praxis hat jeder, der solche Essensbesonderheiten lebt, auch darin noch ganz eigene Vorstellungen. So essen einige Veganer Honig, andere nicht. Einige Vegetarier essen Eier, andere nicht, einige Milch, andere nicht, einige Gelatine, andere nicht. Manche Lactoseintolerante können kleine Pillen nehmen und ganz normal essen, andere nicht, wieder andere können das, wollen es aber nicht und manche wollen es nur, wenn ihnen das speziell für sie zubereitete nicht zusagt.

Doch wenn es noch so einfach wäre... oft sind die persönlichen Besonderheiten auch noch Kombinationen von diesen Einschränkungen. So gibt es Soja-unverträgliche Veganer und lactoseallergische Vegetarier und Gäste muslimischen Glaubens, die kein Geflügel vertragen.

Dies alles nimmt von Jahr derart zu, dass aus der Gemeinschaftsverpflegung mittlerweile zu weiten Teilen ein à la Carte-Essen geworden ist. Dies liegt wohl zum Teil an der stetigen Zunahme tatsächlicher Allergien und der Genauigkeit der Diagnosen, zum anderen Teil an der zunehmenden Diversifizierung der identitätsstiftende Lifestyles, die sich auch über individualisierte Essgewohnheiten manifestieren.

Nehmen wir die 14 von der EU in der Nahrungsmittelverordnung benannten Allergene, dazu muslimisches Essen, koscheres Essen, vegetarisches Essen, veganes Essen mit und ohne Honig sowie zuckerreduziertes Essen, haben wir schon 20 Beschränkungen, die alle in beliebiger Kombination vorkommen können (Das sind in Wirklichkeit noch lange nicht alle, die an uns herangetragen werden...). Es gibt also 2 hoch 20 = 1.048.576 verschiedene mögliche Essenserwartungen.

Allerdings werden die differenzierten Erwartungen an uns stets mit der Erwartung herangetragen, dafür nicht extra bezahlen zu müssen. Weil man ja nichts dafür kann, weil man ja auf der besseren Seite der Gesellschaft steht und für seine Überzeugung Verzicht leistet, weil man ja Einfacheres fordert als die anderen. Dabei wird aber übersehen, dass wir hier nicht über Fleisch- und Gemüsepreise reden, sondern über den Einkaufs- und Zubereitungsaufwand für Gemeinschaftsverpflegung oder á-la-Carte-Essen. Unser größter Aufwand galt zuletzt nicht mehr der hochwertigen und kreativen Zubereitung der Gemeinschaftsverpflegung, sondern dem Bemühen, allen diesen Besonderheiten so gut es geht gerecht zu werden.

Jeder weiß, dass in einem Restaurant ein Essen unserer Qualität zwischen 12 und 18 Euro kostet - ohne Getränke - und dass ein veganes glutenfreies eigentlich gar nicht zu bekommen ist. So wird jeder verstehen, dass wir das nicht für 5,50€ leisten - inklusive Getränke.

Lange haben wir aus Respekt für die Konsequenz solcher Leute bzw. aus Solidarität mit den unfreiwilligen Beschränkungen das so weit wie möglich mitgetragen. Denn wir achten sehr wohl die Gründe, aus denen sich Menschen für ihren jeweiligen individuellen Weg entscheiden. Aber es gibt einen Punkt, an dem diese Bereitschaft kippt zu dem Gefühl, dass diese Hilfsbereitschaft ausgenutzt wird, und es gibt einen Punkt, an dem diese Hilfsbereitschaft wirtschaftlich nicht mehr tragbar ist. Dann muss man eine klare Linie ziehen, zum wirtschaftlichen und psychischen Selbstschutz.

In der Folge haben wir die Zwei-Essensrichtungen-pro-Gruppe-Variante entwickelt, die ein Stück weit der Differenzierung entgegenkommt, aber auch von den Gästen ein Stück weit erfordert, dass einerseits Einzelne sich für einige Tage in die Gemeinschaft einfügen, und andererseits die Gemeinschaft auch mal solidarisch mit Einzelnen ist. Bei dieser Lösung kann jede Gruppe uns zwei Essensrichtungen aufgeben, und jeder Teilnehmer kann sich einer dieser beiden Richtungen zuordnen. Wer das aber nicht kann oder will und die Gemeinschaft auch nicht für seine Besonderheit mit ins Boot bekommt, der muss für sich selbst kochen, oder die Gemeinschaft für ihn.

Dies ist der Hintergrund der angebotenen Auswahl zweier Essensrichtungen, der sich alle Teilnehmer einer Gruppe zuordnen müssen.

Dafür versprechen wir Ihnen, dass wir die beiden von Ihnen gewählten Richtungen in der von uns gewohnten Qualität mit Liebe und Begeisterung zubereiten werden.


 

Vielen Dank für Ihr Verständnis!