Quellen des Lebens

Mühlhausen heißt ja nicht zufällig Mühlhausen - hier gab es im Mittelalter zahlreiche Mühlen, die meisten davon entlang des Popperöder Baches. Auch die Handwerker und natürlich die Menschen brauchten Wasser, und hier gab es echten Luxus: Jede Straße der Stadt hatte einen Wassergraben, die größeren sogar zwei, einen für frisches, einen für schmutziges Wasser.

Mühlhausen ist umgeben von verschiedenen Quellen, die nicht nur die Mühlen des Mittelalters speisten, sondern die Stadt vor Allem auch mit Trinkwasser versorgten. Auch die Handwerker der Tuch- und Lederindustrie nutzten dieses Wasser.

Von dieser Quelle lohnt es sich auch auf jeden Fall, frisches Wasser nicht nur zu trinken, sondern auch mitzunehmen. Es ist ein erstklassiges Mineralwasser. Und jeden Tag kommen 2,5 Mio. Liter aus der Erde! Die versorgen die Stadt bis heute.

Doch woher kam das ganze Wasser? 

Von Mühlhausen aus geht es Richtung Westen stetig Bergauf in den Stadtwald, einen Ausläufer des Nationalparks Hainich. Hier sammelt sich viel Wasser und fließt in Richtung Stadt. Auf seinem Weg gibt es viele Quellen von unterschiedlichster Gestalt - die feierlichste ist die Popperröder Quelle, die romantischste der Spittelbrunnen und die wunderlichste ist die Thomasquelle. Wunderlich, weil sie auf dem Gipfel eines kleinen Hügels liegt! 

Je nach Wetter, Neugier und Lauflust können wir sie bei einer kleinen Wanderung besuchen und erforschen.

Erdfallquellen

Unsere Quellen sind sämtlich "Erdfallquellen". Was das ist?

Weiter oben, im Stadtwald, dringt das Regenwasser tief in den Boden ein. Und weil der aus altem Muschelkalk besteht, welcher porös und Wasserdurchlässig ist, weiter unten aber aus Granit, den das Wasser nicht durchdringen kann, fließt das Wasser in der Muschelkalkschicht bergab Richtung Mühlhausen.

Unterweg spült es aber auch Kalk aus dem Gestein. Manchmal passiert es, dass dabei größere Höhlen entstehen, die im schlimmsten Fall irgendwann einstürzen. Es bildet sich ein offener, später mit losem Geröll teilweise wieder verschütteter Schacht.

Da das Wasser weiter unten am Hang schon ordentlich unter Druck steht, freut es sich über einen leichteren Weg, um dem Druck nachzugeben, als sich weiter durch das Gestein pressen zu müssen. So steigt es durch den Einsturzschacht an die Oberfläche. Fertig ist die Quelle!

Bei der Popperöder Quelle klappt das sogar aus 60m Tiefe!